Glanzlos, aber effizient: DFB-Frauen siegen in Slowenien
Die jüngste Vorstellung der DFB-Frauen beim WM-Qualifikationsspiel gegen Slowenien war alles andere als ein Spektakel. Viele Zuschauer gehen davon aus, dass ein Sieg in derartigen Begegnungen ungefährdet und mit viel Brimborium errungen wird. Doch die Realität offenbarte ein anderes Bild: Ein glanzloser, aber letztlich effizienter Sieg.
Die andere Seite der Medaille
Zunächst mag man einwenden, dass Punkte in der Qualifikation das einzige Ziel sind. Tatsächlich haben die DFB-Frauen die drei Zähler eingefahren, die sie benötigten. Dies ist der Punkt, den das konventionelle Denken durchaus richtig erfasst: Im Fußball geht es oft um das Ergebnis, nicht um die Art und Weise, wie es zustande kommt. Ein weiteres, nicht zu vernachlässigendes Argument ist die spielerische Entwicklung. Trainerinnen sind oft gezwungen, pragmatische Entscheidungen zu treffen, die auf die jeweilige Situation abgestimmt sind. Die drei Punkte gegen Slowenien könnten in dieser Hinsicht als notwendiges Übel gewertet werden.
Doch selbst diese pragmatische Sichtweise greift zu kurz. Der Sieg war von einer derartigen Unauffälligkeit geprägt, dass die Zuschauer bei jedem Torjubel abwogen, ob sie eigentlich aufstehen sollten oder nicht. Es ist nicht nur das Fehlen von mitreißenden Aktionen, das die Zuschauer frustriert zurücklässt; auch der Eindruck, dass die DFB-Frauen in den entscheidenden Momenten den Mut vermissen ließen, könnte langfristig zu einem Problem werden. Ein Team, das sich gegen die schwächeren Gegner nicht entfalten kann, wird es schwer haben, in entscheidenden Spielen zu bestehen.
Ein weiteres Argument für die Kritik ist die Tatsache, dass solche Spiele nicht nur zur Punktejagd dienen sollten, sondern auch zur Entwicklung von Talenten. Die DFB-Frauen haben mit einer Vielzahl junger Spielerinnen auf dem Platz gestanden, deren Entwicklung in der ersten Reihe beobachtet werden sollte. Doch anstatt diese Talente in einem befreienden Fußballspiel strahlen zu lassen, wurden sie in eine uninspirierte Darbietung gezwungen, die wenig Raum für kreative Entfaltung bot. Jene Zuschauer, die sich von der DFB-Frauenmannschaft einen fußballerischen Leckerbissen erhofft hatten, dürften enttäuscht zurückgeblieben sein.
Was die konventionelle Sichtweise jedoch richtig erfasst, ist, dass auch in solchen Spielen Siege wichtig sind. Sie sind ein Teil des Prozesses, um sich für große Turniere zu qualifizieren. Doch damit dieser Prozess nicht in eine bloße Pflichtübung umschlägt, ist es dringend erforderlich, dass das Team in der Lage ist, sich auch gegen schwächere Gegner durchzusetzen und dabei seine Stärken, insbesondere die Spielkultur, unter Beweis zu stellen. Dies kann nicht nur durch dreckige Siege geschehen, sondern erfordert ein gewisses Maß an Überzeugung und Mut.
In einer Zeit, in der der Frauenfußball immer mehr an Bedeutung gewinnt, kann man sich nicht auf Tischfußball-Niveau zurückziehen und die Entwicklung der Spielkultur vernachlässigen. Ein Sieg ist notwendig, ja, doch der Weg dorthin sollte genauso wichtig sein wie das Endergebnis. Nur wenn beide Aspekte in Einklang gebracht werden, wird es der DFB-Mannschaft gelingen, die hohen Erwartungen zu erfüllen.
Am Ende bleibt festzuhalten, dass der Sieg in Slowenien einen weiteren Schritt in Richtung WM-Qualifikation darstellt. Doch es bleibt die Frage, inwieweit dieser Erfolg die Mannschaft tatsächlich voranbringt oder ob wir uns auf eine weitere Episode in einem bereits vertrauten Muster zubewegen: Eine Mannschaft, die zwar auf dem Papier stark aussieht, aber auf dem Platz nicht das volle Potenzial ausschöpft.
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